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Pfingsten: 50. Jubiläumsturnier mit Europameister André Thieme in Sielow

Europameister André Thieme geht wieder beim Jubiläumsturnier in Sielow an den Start - Foto: Schroeder

Cottbus-Sielow - Mit zwei Jahren Verspätung findet am Pfingstwochenende vom 3. bis 5. Juni 2022 endlich das Jubiläumsturnier statt. Dieter Pumpa und der Reitverein Sielow e.V. laden wieder zum Pfingst-, Reit- und Springturnier nach Sielow ein. In diesem Jahr blickt der Turnierleiter auf 50 Turniere auf der Sielower Anlage zurück. Dem ehemals selbst aktiven Springreiter und Träger des goldenen Reitabzeichens, sowie des Bundesverdienstkreuzes, für sein langjähriges Engagement, war es auch 2022 ein Bedürfnis die erfolgreichsten Reiter-, Pferdpaare des Landes für das Turnier in Sielow und die damit verbundenen Springen der schweren Klasse zu begeistern. Mit Erfolg, bis jetzt haben sich über 100 Reiter mit ca. 200 Pferden angemeldet.

„Alles läuft wie am Schnürchen. Die Mitglieder, Helfer und Sponsoren des Reitvereins halten dem Turnier auch nach 2 Jahren „Coronapause“ die Stange“, freut sich Dieter Pumpa und spricht seinen großen Dank dafür aus. „Von Freitag bis Sonntag stehen von morgens bis abends spannende Springprüfungen von der Klasse A bis S** auf dem Programm. Ein echtes Highlight erwartet die Zuschauer bereits am Freitagabend, das beim Publikum beliebte Barrierenspringen der Klasse S unter Flutlicht. „Neben diesem sportlichen Highlight und den Qualifikationsspringen zu Bundeschampionat, dem „Preis der Stadt Cottbus“ oder dem „Großen Preis der Sparkasse Spree-Neiße“ (2 Springprüfungen der Klasse S* und **), sowie regionalen Springen der kleinen Klasse A und L, hält der Reitverein für die Besucher traditionell ein buntes und vielseitiges Programm, für die ganze Familie bereit. Auch wird das Jubiläumsturnier am Samstagabend, auf dem Reiterball, mit der Band „nAund“ von den Reitern und Besuchern, kräftig gefeiert – bei freiem Eintritt.“ erzählt Dieter Pumpa weiter.


Das Pfingst-, Reit- und Springturnier ist nicht nur sportlich eine Attraktion, sondern zieht auch weit über die Grenzen der Stadt Jung und Alt auf die Sielower Reitanlage. Am Sonntag bieten die Veranstalter hier Ponyreiten, eine Fotostation und eine Hüpfburg der GWC für kleine Springfans.
„Mit Luise Bivour, Dena Burgmeier, Rona Berit Geißler, Cora Hebold, Nadine Mischner, Romy Schnapke, Vanessa Walzuck, Laurentien Wels und Andreas Wieden starten in diesem Jahr gleich 9 Mitglieder aus dem heimischen Verein. Außerdem erwarten wir mit Springreiter André Thieme sogar den amtierenden Europameister“, berichtet Michaela Schulze, vom Reitverein Sielow, begeistert. Sie spekuliert auf mehrere tausend Besucher am Pfingstwochenende. „Wie bei den bisherigen Turnieren wartet auf die Zuschauer wieder großartiger Pferdesport.“


Nach zwei Jahren Wartezeit und 50 Turnieren will Dieter Pumpa nun seine Arbeit als Cheforganisator des Sielower Reitturniers mit diesem Jubiläum beenden. Der neue Eigentümer der Reitanlage Jörg Schnapke als Vertreter des neuen Familienbetriebs „Reit- und Springsport Zentrum Sielow“ betont heute schon „Wir, das heißt, das über lange Jahre eingespielte Team des Reitverein Sielow und ich, versprechen, dass wir uns gemeinsam um das 51. Pfingst-, Reit- und Springturnier kümmern und somit das Traditionsturnier fortführen werden.“


Neben den Schirmherren des Jubiläumsturniers Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Oberbürgermeister Holger Kelch, freuen sich auch internationale und nationale Reiterinnen und Reiter auf das Turnier. Am Start ist unter anderem Europameister André Thieme, der seit vielen Jahren ein freundschaftliches Verhältnis mit dem Reitverein Sielow pflegt. Kurz vor dem Jubiläumsturnier stand uns der Springreiter Mecklenburg-Vorpommern noch einmal Rede und Antwort.

Wie kam es, dass der Reitsport zu Ihrem Beruf und Lebensinhalt wurde?

André Thieme: Eigentlich hatte ich gar keine andere Wahl, da mir der Reitsport durch meine Eltern ja quasi schon in die Wiege gelegt wurde. Mein Vater Michael Thieme, als Dressurreiter, war in den Anfängen, mein ständiger Wegbegleiter. Meinen ersten Reittrainer, möchte ich hier nicht vergessen, war Sylvio Gleitsmann. Von ihm habe ich Disziplin, gutes Benehmen und Durchhaltevermögen gelernt. Dieser Mann war sehr wichtig für mich und meine Entwicklung und hat mich auf den richtigen Weg gebracht, bevor mein Vater mich übernommen hat. Die Nähe zu Rolf Günther, ehemals Stellvertretender Leiter des Landesgestüts Redefin, zudem einer der erfolgreichsten Springreiter der DDR, brachte mich dann zum Springreitsport. Diese Menschen legten im Ursprung den Grundstein für meinen weiteren Lebensweg als Springreiter, wofür ich heute noch, sehr dankbar bin.


Wie würden Sie sich selbst beschreiben? Was ist Ihr Geheimnis für den Erfolg?

Thieme: Ich bin jemand, der gerne alles sehr genau plant. Vor jeder Saison, vor jedem Turnier und wenn man es genau nimmt, vor jedem Springen, gibt es einen Plan. Ich versuche nichts dem Zufall zu überlassen. Natürlich spielt in meinem Fall die solide Grundausbildung, die ich genossen habe eine Rolle. Man kann auch sagen, dass die Zeit, die ich bei Holger Wulschner war, mich sehr geprägt hat. Grundsätzlich ist es auch so, dass ich mich wirklich sehr viel mit den Pferden und wie ich welches Pferd, wo und für was einsetze beschäftige. Man könnte sagen, dass ich mich nahezu akribisch auf das jeweilige Turnier vorbereite. Ich verzichte sehr oft auf vieles und kann somit nicht immer gewinnen, um dadurch aber im entscheidenden Moment die 100% zu haben.
Du bist Europameister, was hast Du in diesem Moment gefühlt und welche Gedanken gingen Dir durch den Kopf? Eigentlich war mir bei der Europameisterschaft die Doppel 0 im Nationenpreis beim Mannschaftsspringen das aller Wichtigste. Darauf lag meine volle Konzentration. Als ich mich dann von Rang 17, auf Rang 9, auf Rang 5, auf Rang 2 und dann ganz nach vorne gekämpft hatte, übertraf das natürlich all meine Erwartungen. Was ich dabei gefühlt habe, ich glaube es war einfach pures Glück und natürlich unheimliche Freude, aber auch sehr viel Dankbarkeit.


Welches reitsportliche Ereignis hat Ihre berufliche Laufbahn besonders geprägt?

Thieme: Dies war ganz klar, mein erster Sieg beim Hamburger Derby im Jahr 2007. Das hat mir gezeigt, dass es für mich mit dem richtigen Pferd und bei richtiger Einstellung keine Grenzen gibt. Dieser Sieg hat alles verändert. Vor allem mein Bekanntheitsgrad ist danach extrem gestiegen. Dies hat sich natürlich auch auf alles Weitere in Beziehung auf Sponsoren und die Verkaufspferde ausgewirkt. Aber das Wichtigste, was mir dieses Ereignis gebracht hat, war der Glaube an mich selbst und dass ich alles erreichen kann.


Erfolg und Niederlage liegen oft dicht beieinander, wie feiern Sie einen Sieg und was machen Sie bei einer Niederlage um sich aufzubauen?

Thieme: Wie ich bereits erwähnte, plane ich im Vorfeld alles, wenn sich dann meine harte Arbeit auszahlt und die Strategien aufgehen und das Ganze mit einem Sieg gekrönt wird, feiere ich diesen wirklich sehr gerne mit Familie, Freunden und Reiterkollegen. Schließlich lebt man nur einmal. Niederlagen hingegen beschäftigen mich emotional sehr. Ich grüble und analysiere dann warum die Dinge anders gelaufen sind als geplant. Meist fahre ich dann so schnell wie möglich zurück zu meiner Familie, die mir den nötigen Rückhalt gibt und mich dann wieder aufbaut.
Nach Sielow zum Pfingst-, Reit- und Springturnier komme ich gerne, weil ich dieses Turnier schon sehr lange kenne und schätze, ich seit vielen Jahren ein freundschaftliches Verhältnis mit dem Reitverein Sielow habe und weil ich Dieter Pumpa und sein Team sehr mag und somit gerne beim 50. Jubiläumsturnier dabei bin.

 

RZ/PM

 

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